Das Licht nimmt zu, die Tage werden spürbar länger und auch die Temperaturen sind gestiegen. So geht es jetzt auch unserer Stimmung. Die Beklemmung, die wir im Februar noch deutlich gespürt haben, tritt immer mehr in den Hintergrund; unsere Bereitschaft, uns nach vorne zu wagen, unsere Lust, Neues anzugehen, nimmt zu.
Zwar hat der Frühling offiziell noch nicht begonnen. Aber das erste Sprießen der Bäume und der einsetzende Gesang der Vögel machen deutlich, dass es jetzt kein Zurück mehr gibt. In meinem Garten blüht die Kornelkirsche, die Zaubernuss hat ihre Blüte schon beendet, eine frühe Aprikose und die beiden Robustikosen lassen erste Knospen erkennen. Auch die Birnbäumchen stehen schon in den Startlöchern. Die beiden Apfelbäumchen und die Feige warten noch ab. Aber die Felsenbirne und die Mispel treiben schon kräftig aus, die beiden Ölweiden tun es ihnen gleich.
Geht es Dir auch so? Neue Ideen entstehen in Dir, mit einem Mal hast Du Lust auf neue Projekte, es zieht Dich nach draußen? Brigida die Lichtbringerin gleitet schon über die Lande. Der Wilde Mann lauert in den Hecken und Viriditas, die Grünkraft macht sich allenthalben in der Natur bemerkbar.

Die nach vorne gehende, die Wachstum und Entwicklung anstoßende Kraft, unser Mut also überwiegt jetzt langsam gegenüber dem Zaudern und der Angst, die im Februar noch so viel Macht hatten. Alles will nun hinaus und wachsen, will das Alte hinter sich lassen und aufbrechen zu einem neuen Zyklus.
Wenn wir die Imobolcschwelle am 2. Februar gut genommen haben, fällt uns das nicht schwer. Haben wir es versäumt, braucht es noch ein wenig „Nacharbeit“- ein wenig innere Einkehr, das Alte will noch einmal angeschaut, manches vielleicht noch einmal durchlebt werden, es braucht noch ein wenig Ausmisten und Aufräumen in der Seelenstube, und dann kanns losgehen!
Text: Lothar Eder
Bild: Gaby Stein auf Pixabay