Lass mich langsamer Gehen

Das nachfolgende Gedicht habe ich zugeschickt bekommen, mit dem Vermerk, es stamme aus Südafrika, eine genauere Autorenangabe gibt es nicht.
Dieses Gedicht hat mich spontan angesprochen, etwas in mir ist sofort damit in Resonanz gegangen. Das „Langsamergehen“ scheint mir ein gutes Motto für das nun gerade angebrochene Jahr zu sein. Vielleicht auch für Sie und Euch, liebe Leserinnen und Leser der Radikalen Poesie.
In diesem Sinne Gesundheit, Glück und Segen für das Neue Jahr!

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Mein (un)poetischer Alltag – Hundstage

Es ist heiß. Sehr heiß. Mit fällt ein, dass diese Tage Hundstage genannt werden. Ich schaue im Internet nach. Dort erfahre ich, dass die Hundstage vom 23.Juli bis zum 23. August dauern. Na, dann liegen wir ja richtig. Weiterhin lese ich, dass die Hundstage Hundstage heißen, weil sie etwas mit dem Sirius, dem Stern des Großen Hundes, zu tun haben. Der Stern des Großen Hundes sei das Zeichen für große Sommerhitze. Na, von mir aus könnte der Große Hund gerne eine Nummer kleiner sein.

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Absichtslosigkeit

Der Gelbe Kaiser reiste nordwärts vom Roten See, bestieg den Berg Khun-Lun und schaute gegen Süden.
Auf der Heimfahrt verlor er seine Zauberperle.
Er sandte Erkenntnis aus, sie zu suchen, aber sie fand sie nicht.
Er sandte Klarheit aus, sie zu suchen, aber sie fand sie nicht.
Er sandte Denkgewalt aus, sie zu suchen, aber sie fand sie nicht.
Endlich sandte er Absichtslos aus, und es fand sie.

„Seltsam Fürwahr“, sprach der Kaiser, „dass Absichtslos sie zu finden vermocht hat“.

Chuang-Tse, Reden und Gleichnisse

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Nur für kurze Zeit

Nur Für kurze Zeit hast du uns einander geliehen,
Denn es ist dein Zeichenstift, der uns Form gibt.
Durch deine Malerei werden wir zu dem, was wir sind. 
Dein Lied an uns schenkte uns unsere Stimmen.
Aber nur für kurze Zeit hast du uns einander geliehen.

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Liebe zum Leben und Ehrlichkeit – was alle Völker von ihren Herrschern vergeblich fordern

Es war einmal, so beginnen alle Märchen. Auch diese Geschichte beginnt mit diesen Worten. Es war einmal, in einer fernen Zeit und in einer fernen Gegend, ein Königreich. Es war klein und abgelegen, hatte keine Bodenschätze und war wenig fruchtbar. Dennoch lebten die Bewohner gerne dort. Ein langer Krieg hatte das Land erschöpft, der König war gestorben und es gab keinen Thronfolger.

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Imbolc – Zeichen der Hoffnung

Im Zyklus des Jahreskreises kommen wir nun bei Imbolc an. Die Radikale Poesie veröffentlicht zu diesem Anlass erneut den Artikel aus dem Jahr 2024 – im Jahreskreis gibt es keine Aktualisierung, sondern Vertiefung des Bekannten in der Wiederkehr.

Ausgangs des Mittwinters merken wir, dass das Licht mehr geworden ist. Eine Stunde länger etwa sind die Tage in Mitteleuropa im Vergleicht zu Yul, der Wintersonnwende.
Nach der Überzeugung unserer alteuropäischen Ahnen hat Brigida, die Lichtbringerin, die Szene betreten.

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Die Seelenenergien des Februar: Rückzug und Vorwärtsdrängen

Der Februar konfrontiert uns mit zwei miteinander konkurrierenden Kräften, die wir sowohl in der Natur als auch in in uns selbst finden. Einerseits ist dies das Sammeln und Pflegen der Kräfte, verbunden mit Rückzug in die Erde; manche Menschen spüren das als Müdigkeit oder Erschöpfung und einem Bedürfnis nach Ruhe. Andererseits beobachten und spüren wir die nach außen, zum Licht drängende Kraft, die in der Natur und in unserer Seele wirkt.
Langjährige Leser der Radikalen Poesie kennen diesen Beitrag bereits aus den vorangegangenen Jahren. Jetzt, im zyklisch wiederkehrenden Februar, ist er wieder aktuell und erscheint in leicht modifizierter Form.
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Auf ein gutes Neues Jahr 2025 – Zuversicht

Wenn ich mich in meinem privaten und beruflichen Umfeld umhöre, dann begegnen mir in letzter Zeit wiederkehrend ein großer Pessimismus und eine geringe Zuversicht. Die Menschen beteuern, dass die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und die sich daraus ergebenden schlechten Aussichten daran Schuld seien. Es ist mir aufgefallen, dass ich diese Haltung bei mir selbst nicht finde. Im Gegenteil, ich entdecke in mir eine gewisse Grundzuversicht, und ich habe mich gefragt, wie ich eigentlich dazu komme. Einerseits mag dies daher kommen, dass ich die politischen Entwicklungen anders einschätze als der sogenannte „Mainstream“. Ich mache mir auch keine Sorgen um das Klima. Meine Kriegsangst ist aufgrund des Ausgangs der Wahlen in den USA deutlich gemindert.
Aber das allein ist es nicht. Und deshalb habe ich mich gefragt: aus welcher Quelle kommt die Zuversicht? Oder noch pragmatischer formuliert: was können wir tun, um Zuversicht „herzustellen“?



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