Letzte Sätze, Folge 14 – Tiziano Terzani

Angela, auf besuch in meiner Einsiedelei, amüsierte sich, als sie sah, wie ich mit einem Taschentuch die fliegen in meinem zimmer einfing, um sie dann am fenster in die freiheit fliegen zu lassen. Auch mir machte es spaß, nicht etwa, weil ich glaubte, sie könnten die reinkarnation von iregendjemandem sein, sondern weil ich darin eine gelegenheit sah, in Harmonie mit anderen Lebewesen zu leben, dem leben kein leben zu nehmen.

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Das Alles-zu-Weihnachten 2020

In früheren Zeiten berichteten die alten Leute von Kriegs- und Hungerwintern. Das Jahr 2020 wartet mit einer Novität auf. Es ist zwar kein Krieg, zumindest keiner, wie wir ihn kennen. Auch herrscht in unseren Breitengraden kein Hunger. Dennoch befindet sich die Welt seit Monaten in einem Ausnahmezustand, lebt in Angst vor einem unsichtbaren, bedrohlichen Feind. All unsere Aufmerksamkeit ist darauf fokussiert, wie wir uns wehren, uns schützen, wie wir wieder zur Normalität zurückkehren können (https://radikale-poesie.com/2020/09/25/mit-dem-kronenvirus-auf-dem-weg-in-die-holle/).

Aufgrund der Maßnahmen rund um das Coronavirus wurde das ganze Land heruntergefahren. Alles zu. Alles geschlossen. Alle bleiben daheim , wenigstens die meiste Zeit. Kontakte nur in begrenztem Ausmaß.

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Start Making Sense – Das Kalenderblatt November 2020

Sinn ist nichts über das man stolpert, so wie die Antwort auf ein Rätsel oder der Preis bei einer Schnitzeljagd. Sinn ist etwas, das man selbst im Zentrum seines Lebens aufbaut.

Dies schreibt der amerikanische Schriftsteller John Gardner und gibt uns damit eine Antwort auf die Frage „Was ist der Sinn des Lebens?“. Diese Frage, so alltäglich und üblich sie auch sein mag, ist doch eine sehr merkwürdige Frage. Der Mensch ist das einzige Tier, das überhaupt in der Lage ist, diese Frage zu formulieren. Jeder Stein existiert fraglos in der Welt. Jedes Tier, ob Insekt, Fisch, Elefant oder Hund, lebt sein Leben ohne je nach dem Sinn zu fragen.

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Zitat(e) des Tages – Langsamwerden um Anzukommen

Um weiterzukommen, muss man manchmal stehenbleiben

Diesen Satz sprach ein Klient in der heutigen letzten Therapiestunde. Und dieser Satz hat mich so beeindruckt, dass ich ihn aufgeschrieben habe. Er beschreibt eine Selbstfindung, ein zu-sich-Kommen. Wie oft sind wir hektisch, nicht bei uns, es treibt uns irgendwohin, wir wissen aber nicht recht wohin, keine Richtung scheint zu stimmen. Es muss doch weitergehen! Aber wohin? Vielleicht bin ich ja schon da?

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Mit dem Kronenvirus auf dem Weg in die Hölle?

Wolf-Dieter Storl warnt in einem aktuellen beitrag: Wir stehen auf der Schwelle zum Transhumanismus

Wir leben in besonderen Zeiten. Also in solchen, welche man im antiken China seinen Feinden wünschte – mögest du in bewegten Zeiten leben!
Das Kronenvirus (Corona = Krone) bewegt das Land und die Welt wie kaum ein anderes Ereignis in scheinbaren Friedenszeiten zuvor. Die einen leben in Angst und Vorsicht. Die anderen in Wut und Empörung gegen die aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Einschränkungen und Folgeschäden, die durch den Lockdown entstehen.

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