Start Making Sense – Das Kalenderblatt November 2020

Sinn ist nichts über das man stolpert, so wie die Antwort auf ein Rätsel oder der Preis bei einer Schnitzeljagd. Sinn ist etwas, das man selbst im Zentrum seines Lebens aufbaut.

Dies schreibt der amerikanische Schriftsteller John Gardner und gibt uns damit eine Antwort auf die Frage „Was ist der Sinn des Lebens?“. Diese Frage, so alltäglich und üblich sie auch sein mag, ist doch eine sehr merkwürdige Frage. Der Mensch ist das einzige Tier, das überhaupt in der Lage ist, diese Frage zu formulieren. Jeder Stein existiert fraglos in der Welt. Jedes Tier, ob Insekt, Fisch, Elefant oder Hund, lebt sein Leben ohne je nach dem Sinn zu fragen.

Weiterlesen

Zitat(e) des Tages – Langsamwerden um Anzukommen

Um weiterzukommen, muss man manchmal stehenbleiben

Diesen Satz sprach ein Klient in der heutigen letzten Therapiestunde. Und dieser Satz hat mich so beeindruckt, dass ich ihn aufgeschrieben habe. Er beschreibt eine Selbstfindung, ein zu-sich-Kommen. Wie oft sind wir hektisch, nicht bei uns, es treibt uns irgendwohin, wir wissen aber nicht recht wohin, keine Richtung scheint zu stimmen. Es muss doch weitergehen! Aber wohin? Vielleicht bin ich ja schon da?

Weiterlesen

Mit dem Kronenvirus auf dem Weg in die Hölle?

Wolf-Dieter Storl warnt in einem aktuellen beitrag: Wir stehen auf der Schwelle zum Transhumanismus

Wir leben in besonderen Zeiten. Also in solchen, welche man im antiken China seinen Feinden wünschte – mögest du in bewegten Zeiten leben!
Das Kronenvirus (Corona = Krone) bewegt das Land und die Welt wie kaum ein anderes Ereignis in scheinbaren Friedenszeiten zuvor. Die einen leben in Angst und Vorsicht. Die anderen in Wut und Empörung gegen die aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Einschränkungen und Folgeschäden, die durch den Lockdown entstehen.

Weiterlesen

Letzte Sätze, Folge 13

Gnade ist eines der Wörter, die man mit Samthandschuhen anfassen soll und auch nur, wenn es kein geringeres gibt. Trotzdem trifft es dieses Wort als einziges. Das Dasein ist nämlich so eingerichtet, dass sich selbst Typen wie Kai Molester Hoffnung machen können, dass die natürliche bergab gehende Richtung ihres Lebens von einem Kreuzweg unterbrochen wird. Und am Ende des neuen Wegs, der sich einen Augenblick lang öffnet, liegen zarte, gewagte, aber auch verfeinerte Möglichkeiten.
„Mach einfach mit“, sage ich.
Er hebt die Arme, der Regen hat zugenommen. Ganz langsam, unter einem leuchtenden Nachthimmel, tanzen Peter Finø und Kai Molester den Finøwalzer.

PETER HØEG, Die Kinder der Elefantenhüter