Mein (un)poetischer Alltag – Der Schuh- und Modefreund

Auf dem Wohnzimmertisch sehe ich in der Tagespost ein Schreiben, das „An die Schuh- und Modefreunde“ unter meiner Adresse gerichtet ist.

Gleich entsteht in mir die Frage, ob ich wohl damit gemeint sein könnte. Aber was ist ein „Schuh- und Modefreund“? Ja, ich bin insofern ein Freund von Schuhen, als ich mich mit ihnen, vor allem auf der Straße, wesentlich wohler fühle als barfuß zu laufen. Reicht jedoch diese Selbstkategorisierung, um mich berechtigterweise einen „Schuhfreund“ nennen zu dürfen? – Hier regt sich ein erster innerer Zweifel. Weiterlesen

Mein (un)poetischer Alltag – die Rückkehr der Kraniche

Als ich im Dunkeln kurz nach draußen gehe, höre ich das Geräusch. Wer es einmal gehört hat, vergißt es nicht. So tönen nur Kraniche. Sie fliegen über die Dächer Richtung Nordosten. Ich sehe sie nicht, sondern höre sie nur. Kraniche fliegen auch bei Nacht. Es dürften etwa zwei Dutzend sein. Sie künden vom Ende des Winters und vom Neubeginn im Bekannten, denn Kraniche sind zwar viele Tausend Kilometer unterwegs, aber sie sind ortstreu. Weiterlesen

Der Augenblick der Gnade – Das grüne Leuchten von Eric Rohmer

Wer nicht in die Welt zu passen scheint, der ist immer nahe dran, sich selbst zu finden

Herrmann Hesse

 

Die Filme von Eric Rohmer sind aus (mindestens) zweierlei Gründen ein Genuss: sie sind langsam und sie sind unaufgeregt. Eine weitere Qualität ist die Leichtigkeit der Erzählweise, mit der sie in der Tiefe etwas anrühren. Schaut man sich heute Rohmerfilme an, so wird einem deutlich, wie schnell, hastig und rastlos die Welt seit den Achtzigerjahren geworden ist.

Worum geht es? Weiterlesen