Wer weiß es wirklich?
– Friedrich Wilhelm Josef Schelling
Jesus von Nazareth, Thomasevangelium
An Ostern feiern wir den Neubeginn des Lebens. Nach der Zeit des Winters, des Todes und des Vergehens, beginnt nun das Leben von neuem. Wir erleben dies in der Natur und wir erleben es in uns.
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick / Im Tale grünet Hoffnungs-Glück / Der alte Winter, in seiner Schwäche / Zog sich in rauhe Berge zurück“ heißt es bei Goethe.
Suchst du das Höchste, das Größte?
Die Pflanze kann es dich lehren.
Was sie willenlos ist,
sei du es wollend – das ist’s!
Das Licht nimmt zu, die Tage werden spürbar länger und auch die Temperaturen sind gestiegen. So geht es jetzt auch unserer Stimmung. Die Beklemmung, die wir im Februar noch deutlich gespürt haben, tritt immer mehr in den Hintergrund; unsere Bereitschaft, uns nach vorne zu wagen, unsere Lust, Neues anzugehen, nimmt zu.
Der Februar konfrontiert uns mit zwei miteinander konkurrierenden Kräften, die wir sowohl in der Natur als auch in in uns selbst finden. Einerseits ist dies das Sammeln und Pflegen der Kräfte, verbunden mit Rückzug in die Erde; manche Menschen spüren das als Müdigkeit oder Erschöpfung und einem Bedürfnis nach Ruhe. Andererseits beobachten und spüren wir die nach außen, zum Licht drängende Kraft, die in der Natur und in unserer Seele wirkt.
Langjährige Leser der Radikalen Poesie kennen diesen Beitrag bereits aus den vorangegangenen Jahren. Jetzt, im zyklisch wiederkehrenden Februar, ist er wieder aktuell und erscheint in leicht modifizierter Form.
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