Die Radikale Poesie wird 4!

Heute vor 4 Jahren, am 22. Februar 2017, erblickte die „Radikale Poesie“ mit einem kleinen Beitrag das Licht der Welt. Es war eine kleine Gegenüberstellung von aus meiner Sicht poetischen Begriffen und deren Gegenteil. Über einen ganzen Zeitraum hinweg habe ich mir immer wieder derlei Gegensatzpaare aufgeschrieben. Was mich angetrieben hat, war ein Gefühl des Verlustes. Ich hatte das Gefühl, dass das Poetische in all dem Lärm, dem Getriebensein, der um sich greifenden Digitalisierung, der Beschleunigung der Welt und der Effizienz als Maßstab aller Dinge, erstickt und untergeht.

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Das Kalenderblatt – Januar 2021

Der Autor des Januarzitats, John Maynard Keynes, ist kein Unbekannter. Der 1883 geborene und 1946 gestorbene Brite ist v.a. durch seine Arbeiten zur Ökonomie und des nach ihm benannten Keynesianismus bekannt.

Durch den Urheber des Zitats betritt die Radikale Poesie mehr oder weniger unfreiwillig politisches Terrain. Es gibt zum einen kaum etwas Unpoetischeres als Politik. Andererseits läßt es sich in diesen Tagen kaum vermeiden, das Politische zumindest am Rande zu streifen. Aber sei’s drum.

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Letzte Sätze, Folge 14 – Tiziano Terzani

Angela, auf besuch in meiner Einsiedelei, amüsierte sich, als sie sah, wie ich mit einem Taschentuch die fliegen in meinem zimmer einfing, um sie dann am fenster in die freiheit fliegen zu lassen. Auch mir machte es spaß, nicht etwa, weil ich glaubte, sie könnten die reinkarnation von iregendjemandem sein, sondern weil ich darin eine gelegenheit sah, in Harmonie mit anderen Lebewesen zu leben, dem leben kein leben zu nehmen.

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Das Alles-zu-Weihnachten 2020

In früheren Zeiten berichteten die alten Leute von Kriegs- und Hungerwintern. Das Jahr 2020 wartet mit einer Novität auf. Es ist zwar kein Krieg, zumindest keiner, wie wir ihn kennen. Auch herrscht in unseren Breitengraden kein Hunger. Dennoch befindet sich die Welt seit Monaten in einem Ausnahmezustand, lebt in Angst vor einem unsichtbaren, bedrohlichen Feind. All unsere Aufmerksamkeit ist darauf fokussiert, wie wir uns wehren, uns schützen, wie wir wieder zur Normalität zurückkehren können (https://radikale-poesie.com/2020/09/25/mit-dem-kronenvirus-auf-dem-weg-in-die-holle/).

Aufgrund der Maßnahmen rund um das Coronavirus wurde das ganze Land heruntergefahren. Alles zu. Alles geschlossen. Alle bleiben daheim , wenigstens die meiste Zeit. Kontakte nur in begrenztem Ausmaß.

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Start Making Sense – Das Kalenderblatt November 2020

Sinn ist nichts über das man stolpert, so wie die Antwort auf ein Rätsel oder der Preis bei einer Schnitzeljagd. Sinn ist etwas, das man selbst im Zentrum seines Lebens aufbaut.

Dies schreibt der amerikanische Schriftsteller John Gardner und gibt uns damit eine Antwort auf die Frage „Was ist der Sinn des Lebens?“. Diese Frage, so alltäglich und üblich sie auch sein mag, ist doch eine sehr merkwürdige Frage. Der Mensch ist das einzige Tier, das überhaupt in der Lage ist, diese Frage zu formulieren. Jeder Stein existiert fraglos in der Welt. Jedes Tier, ob Insekt, Fisch, Elefant oder Hund, lebt sein Leben ohne je nach dem Sinn zu fragen.

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