Vorne auf der Hauptstraße gab es immer einen kleinen Buchladen. Ich kaufte fast all meine Lektüre dort. Buchläden waren immer eine Art Heimat für mich. Wo Bücher sind, da laß dich ruhig  nieder, böse Menschen haben einen Kindle Reader. Nein, so radikal stimmt das natürlich nicht. Aber der Geruch, die Haptik eines Buches sind einfach unübertroffen. Letztes Jahr nun schloß der Laden. Es lohne sich nicht mehr, sagte die Besitzerin. Nun bleiben mir für den Bücherkauf nur zwei Möglichkeiten: der lange Weg in die Innenstadt oder das Internet.

Der Laden stand lange leer. Vor einigen Wochen dann waren die Scheiben mit Zeitungspapier verklebt. Neues kündigte sich an. Es kam: ein Laden für E-Zigaretten. Wenn das kein Abstieg ist. Wenn ich dran vorbeigehe, versuche ich den Laden zu ignorieren. Aber er schreit mich förmlich an, tippt mir auf die Schulter und sagt: hey, ich bin das Neue, ich bin der Fortschritt, hey ich bin kuhl (heutzutage benutzen alle dieses Drogenwort – cool). 

Wenn ich könnte, dann würde ich dem Buchladen versprechen, daß ich noch mehr Bücher kaufe, nur damit er wiederkommt. Aber das ist natürlich ein abwegiger Gedanke, den nur ein hoffnungsloser Traumtänzer hervorbringen kann. Uncool eben.

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