Immer wieder stoße ich auf Texte, auf Essays oder auch Gedichte, welche die tiefe und poetische Beziehung des Menschen zur Natur schildern. Die naturverbundenen Seelen wissen ja um diese Verbindung. Und sie braucht immer wieder die Bestärkung, durch Teilen der Erfahrung, durch Lieder, durch Gedichte und vieles andere mehr.

Dieser Tage bin ich auf das Gedicht „Der Frieden der wilden Dinge“ des Schriftstellers und Ökobauers Wendell Berry gestoßen, das mich tief berührt hat und das ich deshalb hier auf der Radikalen Poesie vorstellen möchte.

Wenn die Verzweiflung in mir wächst
und ich in der Nacht beim geringsten Geräusch wach werde,
Voller Angst vor dem, was aus meinem Leben und dem meiner Kinder werden könnte,
gehe ich und lege mich hin, wo der Walderpel
in seiner Schönheit auf dem Wasser ruht und der Silberreiher Futter findet.
Ich komme in den Frieden der wilden Dinge,
die ihr Leben nicht mit Gedanken an die Zukunft belasten.
Ich komme in die Gegenwart von stillem Wasser.
Und ich fühle über mir die tagblinden Sterne und warte auf ihr Licht..
Eine Zeit lang ruhe ich in der Gnade der Welt, und bin frei.

The Peace Of Wild Things
When despair grows in me
and I wake in the night at the least sound
in fear of what my life and my children’s lives may be,
I go and lie down where the wood drake
rests in his beauty on the water, and the great heron feeds.
I come into the peace of wild things
who do not tax their lives with forethought
of grief. I come into the presence of still water.
And I feel above me the day-blind stars
waiting for their light. For a time
I rest in the grace of the world, and am free.
Wendell Berry

Beitragsfoto: Jan Erik Engan auf Pixabay

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