Viele von uns sind auf der Suche nach ihren Wurzeln und nach einer Verbindung zu einem Kern, zu einem Ursprung, zum Göttlichen. Wir suchen überall auf der Welt danach, nur nicht da, wo wir sind und wo wir herkommen.

Wir machen Schwitzhütten, gehen zu lateinamerikanische oder sibirischen Schamanen, lassen uns von indianischen Medizinleuten unterweisen oder suchen die tiefe spirituelle Erfahrung in Indien. Je exotischer, umso besser, so wirkt es manchmal. Gelegentlich geschieht es, dass uns ein Medizinmann oder eine lateinamerikanische Kräuterkundige darauf hinweist, dass es das, was wir suchen, auch bei uns gibt. Mehr noch, dass wir hier, wo wir leben, anknüpfen sollen an unsere indigene Tradition.

Immer wieder bin ich selbst auf die Suche gegangen nach meiner eigenen Verbindung zu meinen Wurzeln. Ich habe über Germanen und Kelten gelesen und über viele Jahre hinweg die Jahreskreisfeste begangen. Auf diese Weise habe ich eine Ahnung bekommen, dass es eine nordisch-europäische Wurzel gibt, die überlagert ist, aber existiert.

Und dann hatte ich das Glück, Valruna zu begegnen. Ich hatte ein Interview mit ihr gesehen, das Reinhard Lasar mit ihr geführt hat und ich hatte sofort das Gefühl, dass ich mit ihr in Kontakt kommen wollte.

Im Sommer 2026 hatte ich die Gelegenheit, oben in den Schweizer Bergen an einem Seminar zum Thema Ahnen und Weltenbaum teilzunehmen. Es war eine tiefe Erfahrung auf Ebenen, für die es schwer ist Worte zu finden. Immer wieder hatte ich in den drei Tagen des Seminars, in einen Kraftstrom einzutauchen, der mich trägt. Der neu war für mich und doch altbekannt. Dem ich vertrauen kann. Ein Weg, der vor mir liegt, der nichts von mir verlangt, aber mich tiefe Verbundenheit erfahren lässt und Gewissheit darüber, wie es weitergeht.

Benjamin Lechner von Indiegene Studio hat vor einiger Zeit ein wie ich finde zauberhaftes Gespräch mit Valruna geführt und es aufgezeichnet. Sie macht sehr deutlich, wer wir waren und sein könnten. Wie uns mit Gewalt unsere Eigenheit ausgetrieben worden ist und wie wichtig Freiheit und Autonomie sind.

Dieses Gespräch kann eine Ermunterung sein, uns wieder mit uns und unseren Wurzeln, unseren Ahnen zu verbinden. Es kann uns klar machen, dass Indigenialität nichts Exotisches ist, sondern dass sie unter unseren Füßen, im Wald hinter unserem Haus und in uns selbst zu finden ist.

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