Das digitale Zeitalter, diese Einsicht entnehme ich dem Buch „Unsterbliche“ von Friedrich Kittler, ruht im wesentlichen auf den Schultern zweier Männer. Einer davon ist der Mathematiker Claude Elwood Shannon. Er bewies 1937 in seiner Magisterarbeit, daß alle Logik in einfache elektrische Telegraphenrelais paßt. Dies war der Grundstein der Informationstheorie.

Shannon entwickelte im Zweiten Weltkrieg eine Theorie der Verschlüsselung und Entschlüsselung von Nachrichten. Seine Mathematical Theory of Communication ist gewissermaßen die Grundlage für all den digitalen Müll, der unseren Alltag vollramscht und uns glauben macht, Kommunikation sei eine „Sender-Empfänger“-Angelegenheit und nicht etwa eine von wechselseitiger Resonanz lebender Organismen.

Shannon aber, so schildert ihn Kittler, war ein durchaus nonkonformistischer und poetischer Geist. Nicht nur fuhr er mit dem Einrad durch die Flure seines Bürogebäudes, er schrieb auch eine Geschichte des Jonglierens und ein Langgedicht in barocker Manier über Rubiks Würfel.

Nach meinem persönlichen Urteil (das ich von Friedrich Kittler übernehme) ist die beste Maschine, die er je gebaut hat, ein schwarzer Kasten mit einem einzigen Schalter – einem Ein/Aus-Schalter. Der Schalter stand stets auf „Off“. Wenn Besucher kamen und den Schalter auf „Ein“ stellten, öffnete sich eine Klappe, eine weiße Automatenhand kam hervor und stellte wieder auf „Aus“.

Claude Elwood Shannon, der Begründer der digitalen Informationstheorie hat, so scheint mir, begriffen, worum es wirklich geht und was Menschen im Umgang mit all den Geräten wirklich brauchen …

 

 

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