Wenn früher der Handwerker kam, stand meist ein kompakter Herr vor der Tür, der in etwa sagte Mir komme von der Firma Meier zwega dera Waschmaschin oder so ähnlich. Es erfolgte dabei in der Regel keine Namensnennung und der Mann blickte durch einen hindurch, denn er wollte nur eines: zur Waschmaschin‘ und sonst nix. Kein Drumherum, sondern pures Aufgeht’s. Im Gefolge ein Gehilfe, Lehrling oder ähnliches, der noch weniger sprach. Auf olfaktorischem Gebiet war so mancher Vertreter der Zunft ein eindrückliches Erlebnis und ließ einen denken, der Kittel oder die Achseln (am besten beide) mögen doch bei Gelegenheit mal wieder ein wenig Wasser erblicken.

Heute also habe ich eine Verabredung mit der Klimafirma, denn die Klimageräte in der Praxis sollen repariert und gewartet werden. Zur vereinbarten Uhrzeit klingelt es und vor der Tür steht – Dennis. Das erfahre ich, weil der junge Mann mich mit Hai, ich bin der Dennis begrüßt, mich dabei freundlich anlächelt und mir die Hand entgegenstreckt.

Nun was sagt man da?
Kuckuck, ich bin der Lothar? (Wenn Menschen mich mit Hai begrüßen denke ich immer an den Witz vom Hai und vom Kuckuck)
Oder besser:
Fein, Dennis, deine Mama kenn ich ja schon. Die andern Kinder sind noch nicht da, aber du kannst dein Rucksäckchen da hinten hinhängen. Magst du lieber was spielen oder lieber Malen? Die Malsachen sind da hinten … Und ich weiß genau, dass Dennis‘ Mama auf vegane Ernährung steht. Heute aber gibt es Putenschnitzel und ich weiß auch, dass Dennis nach einem fragenden Blick in meine Richtung und einem zustimmenden Nicken meinerseits sich auf das Putenschnitzel stürzen wird, als hätte er seit fünf Tagen kein Essen gesehen …
Aber Dennis war zwar jung, zumindest bedeutend jünger als ich, war aber einen Kopf größer als ich und trug einen mächtigen dunklen Vollbart …
Dann doch besser so?:
Hey Dennis, du obercoole Socke, geil, dass du da bist. Schau dir mal meine beiden Kühlungsmühlen an, damit ich getschillt bleibe, wenn die Affenhitze kommt …

In Wirklichkeit sagte ich natürlich nichts von alledem. Sondern stammelte etwas von Ahja, Sie sind von der Klimafirma und ja, dann zeig ich Ihnen mal die Geräte und Wie war nochmal der Name?
Ich muss sagen, Dennis (den Nachnamen konnte ich mir nicht merken) war nicht nur ausgesprochen freundlich, er kannte sich aus und war richtig fix. Und: er roch nicht unangenehm. Und ich hätte mich fast an den Hai gewöhnt. Aber nur fast.

Ein Gedanke zu “Mein (un)poetischer Alltag: Hai, ich bin der Dennis!

  1. *lol* Das Beste, was mir mal passiert war, war ein Telekomtechniker, der den Duft von Kuhstall mit in unsere Wohnung brachte. Ein Glück verbinde ich diesen Geruch mit Urlaub und konnte ihn daher gut ertragen…

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