Er war einer der ganz Großen des Jazz. Einer, der das Klavier lebte und der einen ganz eigenen, davor nie gehörten Stil, dieses Instrument zu spielen, entwickelte. Wesentlich hat hierzu sein Mittun im legendären Quartett von John Coltrane beigetragen. Tyner hatte dort die Aufgabe, dem Klang des Quartetts Weite und Fülle zu verleihen.

Und wie ihm das gelungen ist! Er spielte sein Instrument wie ein Orchester. Seine linke und seine rechte Hand agierten fast unabhängig voneinander; die linke dabei immer wieder als Perkussionsinstrument fungierend, darauf die rechte abhebt in schwindelerregende Höhen, Töne in atemberaubender Geschwindigkeit ineinanderwebend. Im Fußball würde man von so einem sagen: der hat zwei starke Füße, den kannst links wie rechts schießen lassen!
Immer ist er dabei ein Gruppenspieler gewesen, der sich trotz seiner atmeberaubenden Soli stets einfügte in das Gewebe des Ganzen und den anderen Raum ließ.

Zum Abschied und zum ehrenden Gedenken sei „Walk Spirit, Talk Spirit“  gespielt. Und zwar in der rauen Fassung von 1973, nicht in einer abgeklärteren wie z.B. der von 2012. Am Schlagwerk dabei der unvergeßliche Alphonse Mouzon (1948-2016). Möge dort, wo Du jetzt bist, immer ein Klavier stehen, denjenigen in den anderen Sphären, in denen Du jetzt weilst, zur steten Erbauung! Guten Weg, McCoy Tyner!

 

 

Bild von Martyn Cook auf Pixabay

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