Der Hunger nach Sinn (Wolf-Dieter Storl)

in seinem neuen Buch Tanz der Täuschung wählt Wolf-Dieter Storl in gewisser Weise eine ethnomethodologische Sicht auf unseren westlichen Zeitgeist. Er tut dies, indem er aus der Sicht der indischen Kosmologie einen oder vielmehr viele Blicke auf unsere Kultur wirft.
Es ist für mich kein Buch, das man auf einmal durchliest. Vielmehr schlage ich es dann und wann auf, lese einen Abschnitt oder ein Kapitel und bin jedesmal erstaunt über die Tiefe seiner Betrachtungen, die ohne jede akademische Gespreiztheit daherkommen.

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Der Ehrenpreis – die Blaue Blume?

Die Blaue Blume ist ein zentrales Motiv der deutschen Romantik; sie steht für die Sehnsucht nach dem Einsgefühl in der Seele und nach der Einheit von Mensch und Natur.
Der Dichter Novalis lässt seinem Romanhelden Heinrich von Ofterdingen im Traum die Blaue Blume erscheinen, die in ihm eine tiefe Sehnsucht weckt und die sich im Fortgang des Traumes zum Gesicht seiner Mutter verwandelt. Wohl zeigt sich hier die allgemeine Sehnsucht der Romantik nach der Verbindung mit Mutter Erde, mit Mutter Natur. Und in der europäischen Tradition ist Blau ja auch die Farbe der Mütterlichkeit – Maria wird meist im blauen Mantel dargestellt.


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