In einem Schwall ergoß sich jetzt das Licht über den Park, den gestürzten König, die Vögel, tauchte alles in diesen grellen Überfluß der Helligkeit, mit der Tage anheben, die später in Regendüsterkeit verdämmern, ließ einen Augenblick lang jeden Umriß scharf und schwarz hervortreten, bis sich dann alles in ein überschwengliches Strahlen verschwendete, zum Katzengold und Funkeltrug kühler Frühlingstage zerfloß, schimmerte, flimmerte, glänzte, und sich in ein blendendes goldenes Beben auflöste, in dem all das, was mich über Monate begleitet hatte, zerging wie eine der Sonne anheimfallende Wolke, und in diesem über alles hinwegbrandenden Glanz verwandelten sich das Marschland jenseits des River Lea und der River Lea selbst in einen vom Meer kaum noch zu unterscheidenden Küstenstreifen, der sich wie Brandung hob und senkte und alles darauf Errichtete in dieser Bewegung untergehen ließ.
Esther Kinsky, Am Fluß

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