Ungelogen: wenige Tage vor der Verkündigung des Literaturnobelpreises war ich mit einem vertrauten Menschen im Wald. Es war ein wunderbarer Wald, weit und still und so groß, dass man kaum einem anderen Menschen begegnete. Ein Wald, in dem man SEIN konnte, nicht bloß spazierengehen. Der einen umfing und aufnahm in seinen großen Atem. Es war, so dachte ich bei mir, ein Handkewald. Ich erzählte meiner Begleitung vom Schreiber, Geher, Pilzesammler, Innehalter, Schauer, Inwortefasser, Bleistiftschreiber und -spitzer und wasweißichnochalles Handke. Wie er ein halbes Buch im Wald geschrieben hat. Nicht in einer Hütte, nein, im Freien – Mein Jahr in der Niemandsbucht.

Und dann geschah, was kaum jemand mehr erwartet hatte. Er bekam ihn zuerkannt. Den Preis, über den er selbst sich einmal als seltsame Heiligsprechung von Literaten mokiert hatte. Wenn ihn einer verdient hat, dann er. Das finde nicht nur ich. Das fand auch Elfriede Jelinek, die ihn 2004, nach eigener Meinung damals weniger verdient hatte als er: Peter Handke. Und die zu den ersten Gratulanten zählte.
Ich gebe zu: meine Einschätzung zur und meine Freude über die späte Verleihung dieses Preises an ihn ist (auch) subjektiv und biografisch geprägt. Jedoch: die Besonderheiten, ja, das Herausragende an Handkes Texten sind vielerorts und ernsthaft herausgearbeitet worden (z.B. von Karl Menges in seiner Schrift Das Private und das Politische. Bemerkungen zur Studentenliteratur (1987)). Was macht die Schriften Handkes aus, was ist ihr Kern? Er wurde oft charakterisiert – als literarischer Rebell (der Auftritt in Princeton 1966, die Publikumsbeschimpfung, seine Selbstinszenierung als Popikone der Literatur in den 60er Jahren), später als lyrischer Epiker. Handke entzieht sich, konsequent aus sich selbst heraus, stets authentisch, den Kategorien. Seine Prosawerke sind keine Romane, weshalb sein Hausverlag Suhrkamp seit langem darauf verzichtet, diesen Gattungsbegriff auf dem Titel oder dem Vorsatzblatt zu verwenden. Was aber sind sie dann? Es sind Erzählungen, gelegentlich epische Erzählungen, die aber nicht aus einem Erzählkern heraus entstehen, oder gar aus einem Plot. Handke läßt seine Texte, sein Schreiben, das er selbst gerne als Tun bezeichnet, konsequent aus seinem Erfahrungsraum entstehen. Wie oft ist es ein Wind, den er erlauscht, die Verschiedenartigkeit des Windes am gleichen Ort, den er immer wieder aufsucht, der ihn, ganz der antiken Schau verpflichtet, ins Schreiben, ins Erzählen, ins Fabulieren kommen läßt. Er lasse die Bilder entstehen, sagt er. Und dann komme der Erzählstrom. Kämen die Figuren, die oft etwas Zeitloses, Altersloses haben, archetypisch sind, und die Figuren ziehen eine Geschichte nach sich und werden hineingezogen in Geschichten. Dieses Erzählen erinnert oft genug mehr an mittelalterliche (z.B. den Parzival) denn an „moderne“ Literatur. So z.B. in der Abwesenheit, die als Gattungsbezeichung auf dem Vorsatzblatt „Ein Märchen“ genannt wird; vier archetypische Figuren – der Alte, die Frau, der Soldat und der Spieler sind die Protagonisten dieses im wahrsten Wortsinne traumhaften Textes.
Und natürlich schreibt Handke nicht voraussetzungslos. Prägend in seiner Biografie ist die Mutter (der deutschstämmige Bruno Handke, ihr Mann, ist sein Stiefvater), die der slowenischen Minderheit in Kärnten entstammt. Und so macht sein literarisches Alter Ego, der Icherzähler Filip Kobal, sich in Die Wiederholung auf von Österreich nach Slowenien. Dort, in der Sprache und der Landschaft sucht er Orientierung und Identität, Rhythmus und Form. Der Sucher Handke, ein stets sich Suchender und in der Erzählung sich Findender, scheint in der Wiederholung stets durch. Die Wiederholung ist kein Repetieren, nein, sie ist eine Wieder-Holung, die einer Sehnsucht entspringt; man könnte sagen: einer Sehnsucht nach Ganzheit. Und der Sucher Handke findet sie, wie stets, draußen, fernab der Gesellschaft: im Gehen, im Verweilen, im Schauen, im Lauschen: „[…] und war das reine Lebendigsein nicht immer gewesen, mit dem fließenden Wasser mitatmen zu können, dem wehenden Gras, einem sich hebenden Zweig?“. Dies entspricht einer Haltung einer tiefen, kontemplativen Aufmerksamkeit, von der Byung-Chul Han spricht.

Handke läßt im Gehen, im Lauschen, im Schauen, im Verweilen etwas entstehen. Eine radikale Poesie. Radikal, weil er die Ereignisse, die Sinneseindrücke, das Geschehen sich ihm widerfahren läßt und aus dem inneren Widerhall schöpft. Deshalb ist er ein Meister der Widerfahrnis. Stets betritt er Neuland, auch in bekannten Gefilden. Er mißtraut den vorhandenen und vorgefertigten, ja vorfertigenden Begriffen, läßt deshalb immer wieder neue Begriffe in sich entstehen, bis sie ihm passend erscheinen für das Widerfahrene. Überzeugt sei er, so sprach er anläßlich der Verleihung des Büchnerpreises 1973, von der „begriffsauflösenden und damit zukunftsmächtigen Kraft des poetischen Denkens“ (Die Geborgenheit unter der Schädeldecke, in: Als das Wünschen noch geholfen hat).

Nun, das alles mag akademisch klingen, womöglich zu akademisch. Handkes Literatur ist keine leichte, man liest keinen Handke, wie man einen Harry Potter liest. Die Frage wie geht das Buch aus? stellt sich nicht. Wenn wir mitgehen mit ihm, mit seinem Protagonisten, oft auch seiner Protagonistin, dann sind wir immer in einem Jetzt, in einer Landschaft, in einem Bild, einem Klang, der uns einlädt, unsere ganze Gegenwart einzunehmen. Gegen-Wart. Wer jemals einen Tautropfen auf einem Blatt betrachtet hat, mit einer ganz bestimmten Lichtspiegelung darin zu einer bestimmten Stunde des Tages mit ihrer ganz eigenen Lichtstimmung und sich fragt, wie man diese wunderbare Erfahrung so beschreiben kann, dass sie das eigene Erleben komplett beinhaltet ohne zu übertreiben oder kitschig zu werden – der oder die sollte Handke lesen.

So ist Handke in meinen Augen eigentlich ein philosophischer Schriftsteller. Denn er schreibt seit Jahrzehnten aus einer bestimmten Haltung zur Welt heraus, die jenseits von Meinung stets die Sinneserfahrung (nicht nur die Bilder) zum Anlaß und zum Ziel nimmt. Dieses Gehen, auch im Innenraum, die Dinge aufnehmend, sie wirken lassend und zur Sprache bringend, läßt an östliche Philosophien und Wege denken (z.B. dem do im Japanischen, der als Weg des Kampfes, Ju-do, Karate-do, oder auch der Teezeremonie oder des Blumensteckens gegangen werden kann). Die offenkundige Brücke von Handkes Schriften zur Philosophie hat der aus Korea stammende Philosoph Byung-Chul Han geschlagen, der in seiner Müdigkeitsgesellschaft Handkes Versuch über die Müdigkeit zum Ausgangspunkt nimmt und Handkes Bild von einer die Menschheit einenden Müdigkeit weitermalt und –erkundet.

 

Nicht vergessen sei Handkes dramatisches Werk. Früh, in den 60er Jahren, erregen die Sprechstücke Aufmerksamkeit, allen voran die Publikumsbeschimpfung (1966). Ein Jahr später erscheint Kaspar, ein Einpersonenstück. Angelehnt an die Geschichte von Kaspar Hauser erscheint Kaspar als ein in die Welt, ein auf die Bühne geworfener Mensch, dem über Sprache und Sätze (vermittels der Einsager) die Welt und seine Identität eingegeben wird – Handke behandelt hier, spielerisch, zentrale Fragen von Ichwerdung und Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. Auch hier geht es also um Grund-Legendes.

 

Nicht alle sind der Meinung, Handke habe den Preis verdient, und die Gründe dafür sind keine literarischen, sondern allein solche der politischen Haltung. Der Auslöser ist Handkes Position zum Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren, insbesondere dem Bombenkrieg der Nato gegen Serbien. Nicht nur Handke, auch hochrangige deutsche Politiker (wie der ehemalige Staatssekretär Willy Wimmer) und Militärs (wie Brigadegeneral Loquai, der daraufhin vom Kriegsminister Scharping abberufen wurde) wandten sich gegen die deutsche Kriegsbeteiligung und entlarvten den Bombenkrieg der Nato als Strategie der Führungsmacht USA, dadurch an die Grenze der russischen Föderation vorzudringen.
Sein Einstehen für Serbien, das nicht zuletzt biografisch motiviert ist, brachte Handke einen schweren Gegenwind ein. Es ereignete sich dies im Aufdämmern der unseligen Epoche der politischen Korrektheit mit ihren simplifizierenden Gut-Böse-Unterscheidungen, einhergehend mit einer voranschreitenden Verengung der Denk- und Sprechkorridore. Dissidenten haben fallbeilartigen Aburteilungen zu gewärtigen und die Strafe ist sozialer Ausschluß bis hin zur Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz. Die Speerspitze dieser unheiligen, dabei informellen Kongregation von feuilletonistischen Pharisäern, Ambivalenzignoranten, Salon- und Bionademarxisten, Altachtundsechzigern, Gesinnungskommissarscharakteren, Kleininquisitoren, Stäbchenbrechern und Ruflustmördern (die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen) bildet die sogenannte grüne Partei. Sie war einmal angetreten mit Werten wie Humanität und Pazifismus, und muss sich nun, als Mitinitiatorin (in der rot-grünen Koalition) der ersten deutschen Kriegsbeteiligung nach 1945 nicht zu Unrecht das Etikett „Stahlhelmpazifisten“ (Andreas Spannbauer) gefallen lassen. Auch Handke kennt diese Gut-Böse-Dichotomie als innere Versuchung und kritisiert dieses „Kennzeichen des Manichäischen“ bei sich selbst, um sich gleich danach zu korrigieren (im Versuch über die Müdigkeit). Das völkerrechtswidrige Bombardement Serbiens, das mit deutscher Beteiligung erfolgt aber läßt ihn endgültig Partei ergreifen. Empört gibt er den Büchnerpreis, den er 1973 bekommen hat, nach einer Reise 1999 durch das bombardierte Serbien, zurück.
Die Kritik wird dadurch nicht weniger. Zum endgültigen Eklat kommt es 2006, als der Düsseldorfer Stadtrat sich weigert, den von einer unabhängigen Jury Handke zugesprochenen Heinrich-Heine-Preis an den Preisträger auszuzahlen. Auch hier schlägt nun nicht eine Stunde der wahren Empfindung, vielmehr kübelt eine Junta aus Vertretern der Feuilletons und Politikern einer bestimmten Provenienz wochenlang ihren geistigen Kehrricht über Handke aus. Dazu zählt auch Handkes Intimfeind Reich-Ranicki. Hat man aus dieser Ecke je gehört, dass man Brecht nicht mehr lesen dürfe, weil er Träger eines Preises war, der im Namen des übelsten Menschenschlächters aller Zeiten verliehen wurde, und der bis zuletzt einer menschenverachtenden Ideologie das Wort geredet hat? Die gleiche unheilige Allianz hält heute den damaligen Drohnenkriegsherrn Obama für einen Messias und verteufelt dafür andere. Diese Menschen verorten das Ambivalente dieser Welt nicht im Menschen selbst, also auch nicht in der eigenen Seele, sondern im Außen, so als sei die Realität ein Harry-Potter-Film und als sei ihnen George Orwell vollkommen unbekannt. So wird der Serbe Milosevic in der Kasperltheatermentalität der öffentlichen Meinung zum bösen Wolf, die Nato zum Polizisten und für den nicht weniger bösen bosnischen Führer Oric bleibt kein Platz, denn es kann ja nur einen Bösen geben. Handke aber, nicht als Verteidiger, wohl aber in seiner Serbophilie als Milosevic und der jugoslawischen Idee Nahestehender auftretende, wird nun endgültig zum Teufel erklärt.
Er löst die verfahrene Situation charmant und teilt mit, er nehme den Preis nicht an. An den Düsseldorfer OB schreibt er, man möge das Geld für ein schönes Fest verwenden, Türen und Fenster des Düsseldorfer Ratsaales weit öffnen, damit wieder ein wenig Luft hereinkomme.

 

Aber er kommt nicht mehr aus. Die Sache verfolgt ihn und so wird er zum Gejagten. In einem durchaus moderat geführten ZDF Interview von 2008 bietet er dem Befrager Volker Panzer spaßhaft 1.000 Euro, wenn dieser endlich mit seiner Fragerei zu seiner Jugoslawienhaltung aufhöre. Dieser aber läßt – gottlob! – nicht locker und fördert Handkes authentische Haltung zutage. Nein, sagt Handke, er, Handke, müsse aufhören mit diesem Stammtischgerede, denn das führe ihn hinaus aus seiner Eigentlichkeit. Da sieht es so aus, als gelange er, in diesem Moment des Interviews, letztlich zu sich selbst zurück, zu dem, was er eigentlich ist. Das Politische ist seine Sache nicht, kann es gar nicht sein, für ihn, den Geher, Schauer, Innehalter, für den Vertreter einer letztlich radikalen Poesie. Und er bekennt indirekt, daß er sich hat verführen lassen von seiner Betroffenheit (ein Wort, das er für sich nicht gelten lassen würde) angesichts dessen, das er erlebt hat auf seinen Reisen durch Serbien; er hat sich verführen lassen von seinem Angerührtsein, von seiner Parteinahme für die Serben, eben weil er in ihren Schuhen durch die Welt gelaufen ist und nicht in denen der Gegner. Ist einem das Eigene nicht immer näher und verteidigenswerter als das Fremde? Aber wenn man Handke kennt, weiß man, daß er nicht bestanden hat auf einem letzten Wort. Nicht darauf, daß sein Sichzuwortmelden der Wahrheit letzter Schluß sei.

 

Ganz anders seine Kritiker. Sie wissen genau, wo das Böse wohnt und wo das Gute. Die Welt als Kasperltheater und Harry Potter Film, so lautet die implizite Matrix des Denkens und Sprechens dieser Menschen. Und so sind aus den Feuilletons einst hoch lesenswerter Zeitungen längst Zentralorgane der politischen Korrektheit geworden. Sind Journalisten zu Verhörpersonal degeneriert, die den frisch gekürten Preisträger im Bürgermeisteramt seiner Heimatstadt, wo er zum Empfang geladen ist, zur Rede stellen wollen und denen er zu deren Unverständnis entgegenwirft, sie mögen sich schleichen, er rede nicht mehr mit ihnen.
Denn: Handke hat den Nobelpreis für Literatur bekommen, nicht den für korrekte politische Haltung. Das verstehen seine Kritiker nicht, weil sie es nicht verstehen wollen und können. Sie kennen keine Widersprüchlichkeit, keine Ambivalenz, keine Irrtümer, keine Irrwege, weil sie ihre eigene Seele nicht kennen. Deshalb kennen sie auch keine Gnade. Das Machtwort der neuen Zeit heißt: Widerrufe! Sonst bist du ausgeschlossen. Sonst hetzen wir dich, sobald du aus deinem Haus kommst. Denn wir wissen, was gut ist, und was böse, und darüber wird nicht gesprochen, darüber wird nur noch geurteilt. Die Vertreter dieser Haltung merken nicht, dass sie eben dies erzeugen, was sie meinen zu verhindern: einen Totalitarismus, der größer und stärker ist als jeder je dagewesene. Er ist nicht mehr aufgezwungen (von einer Partei, einem Tyrann), sondern scheinbar frei gewählt. Er ist in aller Munde und aller Hirne und das macht ihn so gefährlich.
Auch der aktuelle Preisträger des deutschen Buchpreises – Stanisic – schlägt sich auf diese Seite. Weil seine Familie und er aus Bosnien stammen, flegelt er Handke in seiner eigenen Preisträgerrede an: dieser sei ein schlechter Autor und er habe den Preis nicht verdient. Aha. Hat man aber je von einem preisgekrönten angeblichen Geistesmenschen gehört, daß er ein „Zwitscherkonto“ (twitter account) unterhält, in dem er gegen Andersdenkende (Handke) pöbelt und das allen möglichen Hohlköpfen als Widerhall- und Signalverstärkungsraum für ihre haßerfüllten Botschaften dient? Ja, schreibt da einer, er habe Handke mal bedient, und der habe gezeigt, dass er was Besseres sei. Und so einer darf doch keinen Nobelpreis bekommen, oder? Wer aber muß das wissen? Jede(r) bekommt heutzutage für jede noch so geistlose Äußerung ein Megaphon und darf es nutzen, rund um die Uhr. Nein, das ist keine Meinungsäußerung, das ist prole drift (Paul Fussell).

 

Was nun aber tun, wo Zuflucht finden in einer immer irrer werdenden Welt, in der – einer alten 68er Forderung folgend – alles Private politisch geworden ist? In der ständig gefordert wird, „Haltung“ zu zeigen. Die uns in Handkesprache zu „Unmüden“ macht oder machen will. Unmüde sein, das heißt: stets bereit, für Leistung, für ständiges Informiertsein, für jederzeitige Erreichbarkeit. Wie lautet die Frage für den Nichtteilnehmer an der digitalen Welt?: Und wie informierst du dich? Gegenfrage: und wie informierst du dich über dein fortwährendes Informiertsein? Begreifst du den Zustand deiner Seele, wenn du in ständiger Leistungs-, Konsum- und Unterhaltenwerdenbereitschaft bist? Wie willst du in die lange Weile kommen, wenn du ständig hyperaktiv wie ein Tier, das auf der Flucht vor seinen Freßfeinden ist, auf der Lauer liegst und nicht mehr in eine gesunde Müdigkeit findest? Wie willst du froh werden, wenn du die Natur als Kulisse für dein Fitnessprogramm, nicht aber als Quelle deines Menschseins begreifst?

Die Antwort, und nicht die schlechteste, kann lauten: Handke lesen. Handkes Bücher laden ein zum Innehalten, zum Zusichkommen, zu einer tiefen, kontemplativen Aufmerksamkeit für sich und die Welt. Er selbst ist einer, der sich immer wieder abwendet von der geschäftigen und lauten Welt und in die Wälder geht, und der dann da steht oder sitzt und staunt. Der einem Vogel nachschaut oder einen Pilz findet und heimträgt. Der sich ergreifen läßt. Nicht zuletzt deshalb trägt ein wunderbarer Dokumentarfilm über Peter Handke den Titel Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte.

 

Herzlichen Glückwunsch zum Literaturnobelpreis, Peter Handke! Und: von Herzen danke.

 

Beitragsfoto: Lothar Eder 2019 (Ausschnitt des Bucheinbands der Handkebiografie Meister der Dämmerung)

 

 

 

 

 

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