Der Hunger nach Sinn (Wolf-Dieter Storl)

in seinem neuen Buch Tanz der Täuschung wählt Wolf-Dieter Storl in gewisser Weise eine ethnomethodologische Sicht auf unseren westlichen Zeitgeist. Er tut dies, indem er aus der Sicht der indischen Kosmologie einen oder vielmehr viele Blicke auf unsere Kultur wirft.
Es ist für mich kein Buch, das man auf einmal durchliest. Vielmehr schlage ich es dann und wann auf, lese einen Abschnitt oder ein Kapitel und bin jedesmal erstaunt über die Tiefe seiner Betrachtungen, die ohne jede akademische Gespreiztheit daherkommen.

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Traum und Erwachen

während ich träumte, die Welt würde sich immer schneller drehen, erwachte der Baum aus seiner Winterruhe.
Während ich träumte, ich hätte noch ganz viel zu erledigen, sang auf dem Ast ein Vogel.

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Was bist du wirklich?

Manchmal lese ich Bücher zu Ende, weil ich sie angefangen habe und wissen möchte, wie sie ausgehen. So ging es mir auch mit dem Roman, um den es hier geht. Genauer gesagt geht es aber gar nicht um den Roman. Ich las ihn, er unterhielt mich, es ist kein schlechter Roman, aber eben auch kein guter. Dann aber, ich hatte schon fast zweihundert Seiten gelesen, stand da plötzlich ein Satz, der mich elektrisierte. Weiterlesen

Start Making Sense – Das Kalenderblatt November 2020

Sinn ist nichts über das man stolpert, so wie die Antwort auf ein Rätsel oder der Preis bei einer Schnitzeljagd. Sinn ist etwas, das man selbst im Zentrum seines Lebens aufbaut.

Dies schreibt der amerikanische Schriftsteller John Gardner und gibt uns damit eine Antwort auf die Frage „Was ist der Sinn des Lebens?“. Diese Frage, so alltäglich und üblich sie auch sein mag, ist doch eine sehr merkwürdige Frage. Der Mensch ist das einzige Tier, das überhaupt in der Lage ist, diese Frage zu formulieren. Jeder Stein existiert fraglos in der Welt. Jedes Tier, ob Insekt, Fisch, Elefant oder Hund, lebt sein Leben ohne je nach dem Sinn zu fragen.

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