Vrandan sind eine Musikgruppe von der kanarischen Insel La Palma. Der Name geht zurück auf die mystischen Borondon-Inseln, die vom irischen Mönch Saint Brendan auf einer Seereise entdeckt wurden. Die Borondoninseln existieren in der dreidimensionalen Wirklichkeit nicht, aber ihre Lage wird in Seekarten des Mittelalters in der Nähe der Kanarischen Inseln verortet. Weiterlesen
Mein (un)poetischer Alltag: Der Spastiker im Zuschauerraum
Während einer Aufführung saß ein Behinderter, ein spastisch Gelähmter im Theater. Er kam später und veränderte sofort die Stimmung im Saal. Zu dem Sprechen, Laufen und Gestikulieren der Schauspieler machte er Laute, mal eine Art Lachen, mal andere Töne, die mir als Beifall, als Erstaunen, als intensives Beteiligtsein des Mannes vorkamen. Ich merkte, wie auch die anderen im Saal aufmerksam für ihn waren. Ich glaubte ihr Befremden zu spüren. Weiterlesen
Zitat des Tages – Helenas Exil (Albert Camus)
Wir haben die Schönheit verbannt, die Griechen griffen für sie zu den Waffen. Ein erster, doch grundlegender Unterschied. Für das griechische Denken war stets die Begrenzungsidee vorherrschend. Es hat nichts auf die Spitze getrieben, weder das Heilige, noch die Vernunft, weil es nie etwas verleugnete, weder das Heilige, noch die Vernunft. Es hat alles einbezogen, den Schatten durch das Licht ins Gleichgewicht bringend. Unser Europa hingegen, das sich berufen fühlt, alles zu erobern, ist die Tochter der Unmäßigkeit. Es leugnet die Schönheit, wie es alles leugnet, was es nicht anbetet. Und es betet, sei es auch auf verschiedene Weise, ein Einziges an: den zukünftigen Sieg der Vernunft. In seinem Wahn versetzt es die ewigen Grenzen, und in diesem Augenblick stürzen sich düstere Erinnyen darauf und zerreißen es. Nemesis wacht, die Göttin des Maßes, nicht der Rache. Alle, die die Grenzen überschreiten, werden von ihr unerbittlich gestraft.
Post aus Wörding – Studierendenfutter
Neulich war ich im Biomarkt und stand vor dem Regal mit dem Knabberzeugs. Und was sehen meine Augen: eine Tüte „Studierendenfutter“. Daneben entdeckte ich von einer anderen Marke ein „StudentInnenfutter“. Und da noch ein „Student*innen_futter“. Da sahen meine trüben Augen eine Packung mit „Studentenfutter“. Ich nahm sie erleichtert in die Hand und las mir das Kleingedruckte auf der Packung durch. Da stand, dass sich die Firma entschlossen habe, aus Geschlechtergerechtigkeitsgründen, monatlich wechselnd, einmal die männliche, einmal die weibliche Form zu nehmen. Weiterlesen
Mein (un)poetischer Alltag – der gute Ruf
Eine Zeitlang hatte ich regelmäßig in der Nachbarstadt zu tun und stellte meinen Wagen stets im selben Parkhaus ab. Mein Blick auf dem Weg durch das Parkhaus fiel über längere Zeit hinweg auf eine Reklametafel, die dort plaziert war. Weiterlesen
Zitat des Tages – 16. August 2019
Man braucht nichts; es genügt, essen, arbeiten und schlafen zu können. Warum soll man sich alle möglichen berühmten Filme ansehen, wenn man nur ein Fenster öffnen muß, um die grüne Welt dort draußen sehen zu können?
Masanobu Fukuoka
Zitat des Tages -12. August 2019
Ruhe zieht das Leben an
Unruhe verscheucht es
Gottfried Keller
Das Kalenderblatt – August 2019
Ich bin eine Feder im hellen Himmel
Ich bin das blaue Pferd, das über die Prärie läuft
Ich bin der Fisch, der glitzernd im Wasser schwimmt
Ich bin der Schatten, der dem Kind folgt
Ich bin der Hunger eines jungen Wolfs
Ich bin der Traum von allen Dingen
Verstehst du: ich lebe, ich lebe
Navarre Scott Momady
Kaligrafie: Hans Neidhardt
Zitat des Tages – 10. August 2019
Zivilisation ist die unbegrenzte Vervielfältigung von unnötigen Notwendigkeiten
Mark Twain