Pechmarie 2018, ein Märchen aus der guten neuen Zeit (Teil 2 und Ende)

Marie, pass auf, ich versteh ja, dass du dich nicht schmutzig machen willst. Und dass das ein Abenteuer ist, bei dem man nicht so genau weiß, was dabei herauskommt. Aber man muss auch mal was riskieren. Und das ist eine Chance, verstehst du? Mutter und Tochter saßen inzwischen beim zweiten Aperol und redeten sich die Köpfe heiß. Zumindest die Mutter. Marie verzog das Gesicht, rutschte auf ihrem Launschsessel immer tiefer und schaute spätestens alle fünf Minuten auf ihr Händi. Weiterlesen

Pechmarie 2018, ein Märchen aus der guten neuen Zeit (Teil 1)

Ej, was hastn du gemacht? fragte Marie ihre Stiefschwester Gunda, als die durch die Tür hereinkam. Gunda strahlte und strahlte, noch mehr als sonst. Diese ständige Positivität konnte einem echt auf den Keks gehen. Und jetzt kam die zur Tür reingeschneit, faselte was von Frau Holle oder sonem Kinderkram und dann legte sie auch noch ein paar kleine Goldbrocken auf den Tisch. Marie griff sofort danach, untersuchte sie gierig und sagte Na, das wollen wir aber schwesterlich teilen, oder?. Und Gunda, die doofe Gunda, willigte tatsächlich ein. Weiterlesen

Zitat des Tages, 21. Dezember 2018

Jeder Moment der Teilhabe an der Weiträumigkeit des Seins vertieft den Kontext der Heilung. Jeder Moment, der direkt erfahren wird, löst die Verhaftung an unserem Leid. Die Kraft der Heilung wächst mit jedem Augenblick, wenn wir allem Unbehagen achtsam und offenherzig in der Gegenwart begegnen – in der wir alles finden können, was wir suchen.

Stephen Levine

 

 


Fotografie: Zeichen an der Wand © Lothar Eder 2018

Der Duft der Worte (Einführung zur Fortsetzungsserie)

Worte sind mehr als Worte. Sie sind nicht bloß Vehikel, vermittels derer Botschaften transportiert werden. Vielmehr schwingen sie, nach außen und nach innen. Sie erzeugen Resonanzen oder eben auch nicht. In einer Zeit der Herrschaft digitaler Information ist es umso wichtiger, der Sprache gegenüber sensibel zu sein. Worte sind Schwebeteilchen der inneren und äußeren Kommunikation. Sie sind Botenstoffe von Bedeutungen und Affekten. Weiterlesen

AUS! – Oder: die sich selbst ausschaltende Maschine

Das digitale Zeitalter, diese Einsicht entnehme ich dem Buch „Unsterbliche“ von Friedrich Kittler, ruht im wesentlichen auf den Schultern zweier Männer. Einer davon ist der Mathematiker Claude Elwood Shannon. Er bewies 1937 in seiner Magisterarbeit, daß alle Logik in einfache elektrische Telegraphenrelais paßt. Dies war der Grundstein der Informationstheorie. Weiterlesen